dfb-logo
Background image

E-FOOTBALL

Um die Integrität der Wettbewerbe der Virtual Bundesliga Club Championship by WOW (VBL CC) und des DFB-ePokal powered by ERGO (DFB-ePokal) zu stärken, erweitern die DFL und der DFB ihr Engagement gegen Spielmanipulation ab der Spielzeit 2020/21 auch auf die VBL CC sowie den DFB-ePokal.
Als erste Präventionsmaßnahmen wurden ein Schulungsprogramm für die Spieler*innen der VBL CC entwickelt, um die teilnehmenden Spieler*innen und Clubs über die Gefahren von Spielmanipulation, Spielsucht und Wetten aufzuklären. Des Weiteren wurden umfangreiche Regeln und Vorschriften in die neugeschaffene Spielordnung für den Club-Wettbewerb der Virtual Bundesliga (VBL-SpO) und die Teilnahmebedingungen des DFB-ePokals aufgenommen.
 
Schulungs- & Informationsprogramm
Seit der Spielzeit 2020/21 ist die Teilnahme an einer Präventionsschulung für alle Spieler*innen der VBL CC verpflichtend. Diese Präventionsschulung wird zu Beginn einer jeden Spielzeit durchgeführt und sensibilisiert die Spieler*innen der VBL CC unter Berücksichtigung der Besonderheiten des eFootballs für die Gefahren von Spielmanipulation, Wetten und Spielsucht, um so auch die Integrität der VBL CC nachhaltig zu stärken. 
 
Regeln & Vorschriften
Die Spielordnung für den Club-Wettbewerb der VBL (VBL-SpO) sowie der DFL-Musterarbeitsvertrag für VBL-Spielerinnen enthalten Vorschriften zum Verbot von Spielmanipulation, zum Wettverbot und zum Verbot der Weitergabe von Insiderwissen. Auch die Teilnahmebedingungen des DFB-ePokals sehen ein Verbot von Wetten sowie von Spielmanipulation vor. Bei Verstößen kann die DFL oder der DFB gegen den Club, aber auch gegen einzelne Spieler*innen, Sanktionen (z.B. Sperren, Geldstrafen, Punktverlust oder Ausschluss der Teilnahme an den Wettbewerben) verhängen. Außerhalb dieser verbandsrechtlichen Regelungen können sport- und wettbezogene Manipulationen eines eFootball-Wettbewerbs auch strafrechtliche Bedeutung erlangen.
 
Verbot der Spielmanipulation
Nach der Spielordnung für den Club-Wettbewerb der Virtual Bundesliga (VBL-SpO) und den Teilnahmebedingungen des DFB-ePokals ist jegliche Art von Spielmanipulationen verboten. Eine Spielmanipulation kann im Bereich des eFootballs in ähnlicher Weise erfolgen wie beim herkömmlichen Fußball: Manipulationen durch bewusstes Fehlverhalten (z.B. absichtliches Verlieren oder auch „Throwing“ genannt) sind jedoch wesentlich leichter und effektiver umzusetzen, da es wortwörtlich in den eigenen Händen des jeweiligen eFootballers liegt, wie sich eine Partie entwickelt. Darüber hinaus kann aber auch - anders als beim herkömmlichen Fußball - die Kenntnis von Spiel- und Programmierungsfehlern (sog. „Bugs“) bzw. der Einsatz von Cheats (sog. „Cheating“) dazu ausgenutzt werden, sich oder einem Dritten einen Vorteil zu verschaffen.
Die Manipulation des VBL CC oder DFB-ePokals könnte – je nach Rechtsauffassung - als eine „Manipulation eines berufssportlichen Wettbewerbs“ gemäß § 265d Strafgesetzbuch strafbar sein und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren (in besonders schweren Fällen sogar mit bis zu 5 Jahren, § 265e Strafgesetzbuch) bestraft werden.
 
Verbot der Weitergabe von Insiderinformationen
Nach der § 74 der Spielordnung für den Club-Wettbewerb der Virtual Bundesliga (VBL-SpO) ist die Weitergabe von nicht allgemein zugänglichen Informationen, über die jemand gerade aufgrund seiner Funktion als Spieler*in, Trainer*in, Schiedsrichter*in, Clubmitarbeiter, etc. verfügt und die für Wetten genutzt werden können (Insiderinformationen), untersagt. Hierbei handelt es sich z.B. um Kenntnis von Spielfehlern (sog. Bugs), aber auch um Informationen, die die Team-Taktik, Mannschaftsaufstellung, finanzielle oder persönliche Probleme betreffen und nicht öffentlich bekannt sind.
Diese Insiderinformationen dürfen Dritten nicht zugänglich gemacht werden. Deshalb ist vor allem in sozialen Netzwerken, auf Gaming-Plattformen (wie Twitch oder Youtube), aber auch in Gesprächen mit Familie und Freunden, absolute Verschwiegenheit geboten.
 
Wettverbot
Seit ein paar Jahren erfreut sich die eSport-Branche enorm anwachsender Popularität, mit der Konsequenz, dass auch diverse Wettanbieter ihre Angebote auf eSport-Wettbewerbe ausgeweitet haben. Allein im Jahr 2023 betrug der weltweite Wettumsatz auf eSport-Wettbewerbe 2 Mrd. Euro. Dies führt auch dazu, dass der eSport in den Fokus von Kriminellen gerät, die sich durch Spielmanipulation Wettvorteile verschaffen wollen.
Das Wettverbot in der § 74  der  Spielordnung für den Club-Wettbewerb der Virtual Bundesliga (VBL-SpO), welches an das Wettverbot von § 1 Nr. 2 und 3 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB angelehnt ist, verbietet VBL CC-Spieler*innen Wetten auf eigene Spiele, Spiele der eigenen Mannschaft oder auf Spiele der Wettbewerbe, an denen der/die Spieler*in selbst oder die eigene Mannschaft teilnimmt, zu platzieren bzw. Dritte zu bitten, Wetten auf diese Spiele und Wettbewerbe abzuschließen. Die Teilnahmebedingungen des DFB-ePokals verbieten gemäß Ziffer 7. g.)  grundsätzlich die Teilnahme an Sportwetten, insb. im Zusammenhang mit dem DFB-ePokal.
Der Glückspielstaatsvertrag regelt nicht explizit den Umgang mit Wetten auf eFootball-Wettbewerbe. Darüber hinaus werden solche Wetten vermehrt auf ausländischen Wettmärkten angeboten, so dass bei Teilnahme an Wetten auf eFootball-Wettbewerbe besondere Vorsicht geboten ist, im Zweifel ist vom Platzieren einer Wette abzusehen. Minderjährigen ist es grundsätzlich nach dem Jugendschutzgesetz und dem Glückspielstaatsvertrag verboten, an (Sport-)Wetten (und an allen anderen Arten von Glücksspielen) teilzunehmen.
Die Manipulation eines eFootball-Wettbewerbs, um einen Wettgewinn zu erzielen, stellt einen Betrug gemäß § 263 Strafgesetzbuch dar und könnte – je nach Rechtsauffassung - einen strafbaren Sportwettbetrug nach § 265c Strafgesetzbuch darstellen, der mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei 3 Jahren (in besonders schweren Fällen sogar 5 Jahren, § 265e Strafgesetzbuch) bestraft werden kann.
 
Konsequenzen
Ein Verstoß gegen die Teilnahmebedingungen des DFB-ePokals oder der Spielordnung für den Club-Wettbewerb der Virtual Bundesliga (VBL-SpO) kann beispielsweise zu folgenden Strafmaßnahmen führen: Versetzung eines Spiels in einen fairen Zustand, Wertung eines Spiels zu Gunsten des regeltreuen Spielers/Teams, Verwarnung eines Spielers, Ausschluss oder Sperre eines Spielers von den Wettbewerben der jeweiligen Spielzeit und darüber hinaus, der Ausschluss eines vollständigen Teams oder die Pflicht zur Rückgabe etwaiger bereits erhaltener Preise(-gelder)/Gewinne.
Neben den verbands- und strafrechtlichen Konsequenzen (z.B. Geldstrafen, Sperren, Freiheitsstrafen) können Spielmanipulation, Wettbetrug und die Weitergabe von Insiderinformationen auch weitreichende zivilrechtliche Konsequenzen für die Spieler*innen haben, z.B. Kündigungen von Arbeitsverhältnissen und Sponsorenverträgen sowie Schadensersatzforderungen.
Ombudsmann
Der Ombudsmann, Dr. Carsten Thiel von Herff, kommt auch für die VBL CC-Spieler*innen sowie für alle Personen aus dem Umfeld der VBL CC-Wettbewerbe zum Einsatz und steht in dieser Funktion Hinweisgebern bei Anhaltspunkten auf geplante oder verabredete Spielmanipulationen als unabhängiger Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung. Er berät umfassend über alle Themen im Zusammenhang mit Spielmanipulation und Wetten. Informationen zur Kontaktaufnahme finden Sie hier.
 
Spielsucht
Auch im Zusammenhang mit eFootball ist die Prävention von Spielsucht und der Umgang mit Wetten als Glücksspiel von zentraler Bedeutung und somit ein Grundpfeiler der Präventionsschulung. 
Hierbei stehen nicht nur die Gefahren von Wetten auf eFootball im Vordergrund, sondern auch das Thema „Computerspielsucht“ an sich. Die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BzGA) hat zu diesem Thema einen „Selbsttest“ entwickelt: https://www.ins-netz-gehen.de/test-handysucht-computersucht/
Die Erfahrungen und Kenntnisse als professionelle/r oder ambitionierte/r eFootballer*in führen nicht dazu, den Ausgang von Wettbewerben zuverlässig vorhersagen zu können und so die Gewinnchancen bei Wetten zu erhöhen. Auch Wetten auf eFootball-Wettbewerbe bleiben Glücksspiele.  Hat man erst einmal Geld verloren, besteht die Gefahr, Einsätze zu erhöhen, häufiger zu spielen, vielleicht sogar noch mit geliehenem Geld. Die Benutzung von Apps diverser Wettanbieter und die Teilnahme an Live-Wetten intensiviert diesen Effekt, da eine Wette sehr einfach jederzeit und an jedem Ort platziert werden kann. So können Schulden und Abhängigkeiten entstehen, die von Mitgliedern krimineller Organisationen ausgenutzt werden, indem als Gegenleistung für eine Spielmanipulation Geld versprochen wird oder Spielschulden erlassen werden.