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UNSERE MASSNAHMEN

Im Jahr 2012 haben DFL und DFB ihre Aktivitäten zur frühzeitigen Erkennung und Verhinderung von Spielmanipulationen und anderer Unregelmäßigkeiten im Fußballspielbetrieb unter dem Titel „Gemeinsam gegen Spielmanipulation – Spiel kein falsches Spiel“ zusammengeführt und auf dieser Grundlage fortan weiterentwickelt. Der Schwerpunkt des Projekts liegt darin, Spieler, aber auch Trainer, Schiedsrichter, Clubmitarbeiter, Funktionäre sowie Angehörige frühzeitig und vorbeugend über die Gefahren, die von Spielsucht und Spielmanipulationen ausgehen, zu informieren.
Die unter dem Titel „Gemeinsam gegen Spielmanipulation“ gebündelten Maßnahmen des organisierten Fußballs basieren auf vier Säulen:
  
Schulungs- und Informationsprogramm
DFB und DFL haben ein umfassendes Schulungs- und Informationsprogramm entwickelt, das sich zunächst vor allem an Nachwuchsspieler richtete. Seit der Spielzeit 2014/15 sind die alle anerkannten Leistungszentren (der Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga und Regionalligen) verpflichtet, ab der Altersklasse U16 bis zur U23 jährliche Schulungen zur Prävention von Spielsucht und Spielmanipulation durchzuführen und dies gegenüber der DFL bzw. unterhalb der 2. Bundesliga dem DFB nachzuweisen.
Seit Beginn der Spielzeit 2018/19 sind auch die Lizenzmannschaften aller 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga dazu verpflichtet, einmal pro Spielzeit an einer Schulung zur Prävention von Spielmanipulation teilzunehmen. Dies stellt – wie bei den Leistungszentren – eine Voraussetzung für die Erteilung der Lizenz zur Teilnahme am Spielbetrieb dar. Die Schulungen bei den Lizenzmannschaften werden im Auftrag der DFL durch die Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV) und dem Ombudsmann durchgeführt.
Ergänzend zu den Schulungsmaßnahmen wurden die DFL Integrity App und ein E-Learning-Tutorial entwickelt. Über die DFL Integrity App können Meldungen über Unregelmäßigkeiten direkt an den Ombudsmann gesendet werden. Die App ist kostenlos in den App-Stores verfügbar. Das E-Learning-Tutorial ist ausschließlich den Spielern der Lizenzmannschaften der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie den Mannschaften aller anerkannten Leistungszentren vorbehalten und nur über einen entsprechenden Log-in-Bereich zugänglich. Innerhalb des E-Learning Tutorials wird detailliert über die wichtigsten Verhaltensregeln, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie mögliche Konsequenzen aufgeklärt.
Darüber hinaus beschult der DFB seine Bezugsligen seit der Spielzeit 2020/21 mit einem neu entwickelten Programm, welches – analog zu den Maßnahmen der DFL – neben einer Präsenzschulung ein E-Learning-Tutorial beinhaltet. Während bei der Durchführung der Schulungen ebensfall auf den langjährigen Partner VDV gesetzt wird, findet das E-Learning Tutorial in einer speziellen Online-Lernumgebung statt, welche auch für die Traineraus- und -weiterbildung genutzt wird. Unterstützt durch eigens entwickelte Videos wird hier auf nachhaltigen Wissensinput und weitreichende Aufklärung zum Thema (Wett-) Spielmanipulation gesetzt.
Neben den Schulungen der 3. Liga, Google Pixel Frauen- und 2. Frauen-Bundesliga stellt der DFB außerdem seine Schulungsmaterialien (Präsentation & Kurzfilm) den 5 Regional- und 21 Landesverbänden zur Verfügung und bietet zudem die Möglichkeit, Präventionsschulungen vor Ort durchzuführen.
 
Regeln und Vorschriften
DFL und DFB haben vielfältige Vorschriften in ihre Regelwerke und Vertragsdokumente aufgenommen, die eine regulatorische Grundlage für die Bekämpfung von Spielmanipulation bilden. Das betrifft zum einen Vorgaben für die Lizenzierung (z.B. die Schulungsverpflichtung), zum anderen Verbote und Pflichten (z.B. Verbot von Spielmanipulation, Wettverbot, Verbot der Weitergabe von Insiderwissen, Meldepflicht), die in der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB festgelegt sind. Die den Bereich der Spielmanipulation betreffenden Regeln der Rechts- und Verfahrensordnung sind zudem Bestandteil der Arbeitsverträge für Lizenz- und Vertragsspieler sowie der Förderverträge für Nachwuchsspieler. Nähere Informationen zu den relevanten Rechtsgrundlagen gibt es hier.
 
Der Ombudsmann
Eine der ersten und wichtigsten Präventionsmaßnahmen war die Ernennung eines Ombudsmannes im Jahr 2011. Der gemeinsame Ombudsmann von DFB und DFL, Rechtsanwalt Dr. Carsten Thiel von Herff, ist ein externer und unabhängiger Ansprechpartner. Er steht Spielern, Trainern, Betreuern und Clubmitarbeitern sowie Schiedsrichtern vertraulich zur Verfügung. Seine wichtigste Aufgabe ist die Entgegennahme von Hinweisen auf (geplante) Spielmanipulationen oder andere Unregelmäßigkeiten im Fußball und eFootball. Außerdem berät er alle, die im Fußball und eFootball tätig sind, wie sie mit möglichen Gefährdungssituationen oder Verdachtsmomenten umgehen sollen.
 
Überwachung
Ein weiterer wesentlicher Baustein der Präventionsmaßnahmen von DFL und DFB ist die Sicherstellung einer flächendeckenden Überwachung des Wettmarkts. Die Verbände arbeiten bereits seit 2005 mit Monitoring-Dienstleistern zusammen, welche DFL (Sportradar AG) und DFB (Genius Sports Ltd.) bei der Aufdeckung und Analyse von möglichen sportwettbezogenen Manipulationen unterstützen. Beide Anbieter erfassen die Sportwettangebote und -quoten von über 600 weltweit relevanten Wettanbietern und analysieren auffällige Wettmuster und Quotenveränderungen. Vergleichbare Kooperationen existieren mit zahlreichen nationalen und internationalen Sportverbänden, u.a. mit der FIFA und UEFA, sowie mit anderen Ligen. Im Auftrag beider Verbände (DFL und DFB) werden so sämtliche Spiele von der Bundesliga bis zur Oberliga von den obengenannten Dienstleistern überwacht.